"Flugangst 7A" von Sebastian Fitzek

Seit dem der Psychiater Mats Krüger in Südamerika ist, hat er nur noch wenig Kontakt zu seiner Tochter Nele, die ihm einen schlimmen Fehler nicht verzeihen kann. Inzwischen nun ist Nele hochschwanger und Mats kehrt nach Berlin zurück, um seiner Tochter bei der Geburt ihres Kindes beizustehen. Doch der Flug, den Mats mit gemischten Gefühlen antritt, mündet schnell in einer Höllentour. Denn zum einen leidet der versierte Therapeut genau wie viele seiner Patienten an Aviophobie, einer panischen Angst, die ihn beim Fliegen überkommt, zum anderen wird er von einem Fremden massiv bedroht, der verlangt, dass Mats das Flugzeug zum Absturz bringt. Eine Entscheidung, die 600 Passagieren das Leben kosten wird oder im Falle von Mats Weigerung den Tod für Nele und das Baby nach sich zieht.

In „Flugangst 7A“ spielt Sebastian Fitzek gekonnt mit den Ängsten seiner Figuren, deren Nerven er bis zum Zerreißen spannt. Völlig skrupellos und ohne ihnen eine Chance einzuräumen, geht er dabei vor und lässt sie eine Reihe an Qualen erleben, die kaum zu ertragen sind. Dabei ist es nicht nur der Psychiater Mats Krüger, der von den Ereignissen überrollt, in eine emotionale Zwickmühle gerät, sondern auch eine routinierte Stewardess, die von ihrem Therapeuten manipuliert, mit einem alten Trauma kämpfen muss oder Mats Tochter Nele, die in ohne jegliche Schuld, in die Hände eines skrupellosen Veganers gerät. Ein Plot, der jegliche ethische Werte vergessen lässt und durch seine emotionale Achterbahnfahrt unheimlich nahegeht. Deshalb ist diese Lektüre nicht für jeden gleichermaßen geeignet und sollte von zartbesaiteten Lesern lieber gemieden werden.

Voll gepackt mit spannenden Szenen, überraschenden Momenten und kritischen Situationen weiß der Thriller fesselnd zu unterhalten. Mehrere Erzählstränge sorgen dafür, dass das dramatische Geschehen in seiner ganzen Komplexität erfasst werden kann, während kurze Kapitel, viele Cliffhanger und eine rasante Schreibweise für ein enormes Tempo verantwortlich sind. So fällt es unheimlich schwer, das Buch aus der Hand zu legen, da zu keinem Zeitpunkt erkannt werden kann, ob es eine Lösung für das konfliktreiche Durcheinander gibt oder wie das Ganze enden wird. Ein Pageturner, der stellenweise zu konstruiert und utopisch in Erscheinung tritt, für Fitzek Fans aber genau das richtige Maß an skurrilen Zutaten enthält.

Fazit:
Vielschichtig, überraschend und wunderbar packend erzählt. So muss ein Thriller sein!

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